Katze, Hund, Kaninchen und Maus in liebevolle Hände abzugeben …?

Haustiere anschaffen, Haustiere abschaffen? Quelle: Facebook
Haustiere anschaffen, Haustiere abschaffen? Quelle: Facebook

Auf der Suche nach Inventar-Spenden für meine Pflegestelle bin ich öfter auf Anzeigen-Websites unterwegs. Mehrmals täglich erscheinen dort neue Inserate, in denen das »geliebte Kaninchen« oder der »liebenswerte Kater« in »gute Hände abzugeben« ist. In der Regel wollen die Abgebenden eine ordentliche »Schutzgebühr« sehen oder sie stellen ihr Tier gleich »zum Verkauf« in die Anzeigen. Die Schutzgebühr streichen sie ein, gönnen sich davon etwas Feines.

In Katzenanzeigen sind die Tiere oft nur fünf bis zehn Monate jung. Zufall? Nein! Katzen werden in dieser Zeit geschlechtsreif: Die Kater beginnen zu markieren und die Katze wird rollig. Abgabetiere in diesem Alter sind in der Regel nicht kastriert. Da weiß man schnell, wo der Hase läuft. Erläuterung überflüssig.

In anderen Anzeigen sieht man immerhin Tiere, die aus dem Kindesalter raus sind. Drei bis vier Jahre halten es manche Leute mit ihren Haustieren aus. Dann muss es weg.

Die vorgeschobenen Gründe sind immer gleich: »Wir erwarten ein Baby und können unsere Katze nicht mehr behalten.« oder »Eine Allergie in der Familie zwingt uns zur Abgabe.« oder »Mein/e Freund/in hat eine Katzenallergie und wir ziehen zusammen.«. Sehr beliebt ist auch die Ausrede: »Ich ziehe um und kann mein geliebtes Tier nicht mitnehmen.«.

Mal ehrlich: geht’s noch?

Wer sich dafür entscheidet, ein Tier zu sich zu holen, der hat das gesamte Leben dieses Tieres lang die Verantwortung dafür. Niemals ist das »Ersatzkind« nicht nicht mehr brauchbar, wenn der richtige Nachwuchs ansteht. Wirft man den auch aus dem Haus, wenn man abermals schwanger wird? Man kann ein Lebewesen nicht mal eben abschieben, nur weil der neue Freund eine Allergie hat oder weil man sich zu bequem ist, eine passende Wohnung zu finden. Dann dauert die Wohnungssuche eben länger, die Kosten sind höher oder man muss zwei Kilometer mehr in die Innenstadt fahren. Eine gemeinsame Wohnung mit Allergiker-Freund oder -Freundin geht dann eben nicht. Ja, und? Ist das so schlimm?

Wenn ich in solchen Anzeigen etwas von »geliebte« Katze/Kaninchen/Meerschweinchen lese, wird mir nur schlecht. Was ist das für eine Liebe, die einem gewährt, das Lebewesen, das vollkommen von einem abhängig ist, von sich zu stoßen?

Solche Menschen, die ihrer Bequemlichkeit wegen Leben mit Füßen treten, widern mich an.

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