Alle Beiträge von Farbmaus Hamburg

Das unsichtbare Katzenleid vor unserer Haustür

Katzenelend verhindern durch Kastration
Katzenelend verhindern durch Kastration

Heute starten das Bündnis Pro Katze und das Tierheim Hage die Katzenkastrations-Aktion im Samtgemeindegebiet Hage. Das Bündnis Pro Katze wurde vom Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V., von VIER PFOTEN und Tasso e.V. ins Leben gerufen. Um der unkontrollierten Vermehrung von Streunerkatzen Herr zu werden, sind solche Projekte immens wichtig.

Das Problem Streunerkatze ist längst kein ausländisches Phänomen mehr. Die Tiere vermehren sich in ganz Deutschland. Sie sind krank, schlecht ernährt, und verenden qualvoll. Bevor sie sterben, setzen sie Babys in die Welt, die im Alter von sechs Monaten zeugungsfähig werden und wiederum Jungtiere bebähren – durchschnittlich bekommt eine Katze drei bis fünf Welpen.

Allein in Hamburg leben ca. 10.000 unkastrierte Streuner. Ursprung des Elends sind von Menschen „entsorgte“ Hauskatzen.

Katzen haben in der freien Natur kaum Überlebenschancen. Sie erkranken an Katzenschnupfen und anderen Krankheiten, schleppen den für den Menschen gefährlichen Fuchsbandwurm in die Städte.

Viele Gemeinden haben bereits eine Kastrations- und Registrierungspflicht für Freigängerkatzen im Gesetz. Das dämmt die Vermehrung verwilderter Tiere ein. Auch Hamburg braucht endlich eine Kastrations- und Registrierungspflicht für alle Freigängerkatzen! Der Hamburger Tierschutzverein kämpft mit seinem Projekt Pro Katzenkastration (ProKa) dafür. Eigens für das Projekt wurde eine Facebookseite eingerichtet – moderiert von Tierheim-Langzeitinsassin Lissy la Boule.

Mehr Infos zum Projekt könnt ihr im Artikel Projekt Katzenkastration: Verantwortung übernehmen! der Tierheimzeitschrift ich&du des Hamburger Tierschutzvereins nachlesen.

TV-Tipp für heute Abend: Lohnsklaven in Deutschland – Miese Jobs für billiges Fleisch

Schaltet heute Abend den Fernseher an: 22.45 Uhr, ARD. Dort läuft die Sendung Lohnsklaven in Deutschland – Miese Jobs für billiges Fleisch. Berichtet wird von den Arbeitsbedingungen von Lohnarbeitern aus Osteuropa auf deutschen Schlachthöfen – darunter auch welchen, die für Kritikmarke Wiesenhof tätig sind. Osteuropäische Arbeiter werden mit hohen Lohnversprechungen, Sozialversicherungen und Co. nach Deutschland gelockt. Dort werden sie in schlechten Unterkünften eingepfercht, arbeiten ohne Krankenversicherung, bekommen fünf Euro Stundenlohn brutto.

Wenn ihr meint, die Fleischproduktion hätte nur tierische Opfer, liegt ihr falsch.

Bitte schaltet ein.

 

Lohnsklaven in Deutschland – Miese Jobs für billiges Fleisch

Uhrzeit: 22.45 Uhr

TV-Sender: ARD

Lohnsklaven in Deutschland: ARD-Website

Das Märchen von der gesunden Milch

Die wenigsten Milchkühe sehen jemals eine Wiese.
Die wenigsten Milchkühe sehen jemals eine Wiese.

Milch ist der Hauptbestandteil unseres Frühstückt: Der heiße Kakao am Morgen, die Cornflakes in der kühlen Milch, das Glas Milch, Käse auf dem Brot und so weiter. Milch ist aus unserem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken.

»Milch ist gesund!« wird uns seit Jahr und Tag von der Werbung erzählt. Kinderriegel & Co. warben vor nicht allzu langer Zeit mit ihrem (sehr geringen) Milchanteil. Von wegen gesund für Kinder und so. Milch ist wichtig für das Wachstum, wird uns gesagt.

Kaum einer hinterfragt die Fakten, mit denen wir zugelabert werden. Milch ist gut und gesund – das hat schon Mama gesagt, also wird es auch so sein!

Leider stimmt das nicht so ganz. Kuhmilch ist schon in ihrem Entstehungsprozess alles andere als »gut«. Hier gibt es einen interessanten Beitrag zum Thema Milch. Auch das Thema »Gesundheit« wird, wenn auch nur oberflächlich, aufgegriffen. Stichwort Brustkrebs, Osteoporose und Konsorten.

https://www.youtube.com/watch?v=P3sPisnwmDU

Bevor ihr jetzt alles, was in dem Beitrag erzählt wird, kritiklos glaubt oder für eine Lüge haltet: informiert euch. 🙂

Fleischskandal X – essen wir doch Hund und Katze!

Gestern habe ich einen netten Artikel zum Thema Fleischskandal gefunden, den ich trotz Angenervtheit gern gelesen habe. Mittlerweile hängt mir das Thema Fleischskandal zum Hals heraus. Besonders, da gefühlt der Großteil der Bevölkerung lieber meckert und Witze drüber reißt statt sich zu informieren.

Ich frage mich: Was stellt ihr euch so an? Was ist schlimm daran, wenn ihr Pferd statt Rind oder Hund statt Schwein esst? Warum ist es igittigitt, wenn eure Katze Katze aus der Dose frisst? Alle Tiere, die ihr konsumiert, sind Lebewesen. Alle wurden sie vom Menschen ausgenutzt und auf bestialische Art gehalten, transportiert und getötet.

Der Mensch fühlt sich indes betrogen, weil auf der Verpackung nicht draufsteht, was drin ist. Wer Fleisch aus Massenproduktionen konsumiert, sollte damit rechnen, belogen zu werden. Das ist in der Lebensmittelindustrie nichts Neues, auch nicht in der Tierfutterproduktion.

Gerechtfertigt ist die Aufregung meiner Meinung nach eher bezüglich der Produktion selber. Darüber will Mensch sich jedoch nicht informieren, denn das macht Gewissensbisse und Umstände. Man müsste grausamen Tatsachen ins Auge sehen. Im Laden hätte man beim Anblick des Fleischregals Bilder von lebendig zerhackten Kälbchen im Kopf. Der Appetit verginge so ziemlich schnell und außerdem ist man nicht das Kälbchen im Schlachthof, also ist es doch egal. Es ist einfacher, wegzuschauen und hey, mit Spaß ist das Leben so viel netter als mit Grausamkeit. Die Laune wird besser, wenn man anstatt des halb totgeschlagenen Schlachtpferdes den nächsten Lasagne-Witz auf Facebook teilt. Für blutige Tatsachen gibt es nämlich kaum Profilierungs-Likes.

In der langen Liste der „Skandalopfer“ steht der Mensch an letzter Stelle.

Pferd

Katze, Hund, Kaninchen und Maus in liebevolle Hände abzugeben …?

Haustiere anschaffen, Haustiere abschaffen? Quelle: Facebook
Haustiere anschaffen, Haustiere abschaffen? Quelle: Facebook

Auf der Suche nach Inventar-Spenden für meine Pflegestelle bin ich öfter auf Anzeigen-Websites unterwegs. Mehrmals täglich erscheinen dort neue Inserate, in denen das »geliebte Kaninchen« oder der »liebenswerte Kater« in »gute Hände abzugeben« ist. In der Regel wollen die Abgebenden eine ordentliche »Schutzgebühr« sehen oder sie stellen ihr Tier gleich »zum Verkauf« in die Anzeigen. Die Schutzgebühr streichen sie ein, gönnen sich davon etwas Feines.

In Katzenanzeigen sind die Tiere oft nur fünf bis zehn Monate jung. Zufall? Nein! Katzen werden in dieser Zeit geschlechtsreif: Die Kater beginnen zu markieren und die Katze wird rollig. Abgabetiere in diesem Alter sind in der Regel nicht kastriert. Da weiß man schnell, wo der Hase läuft. Erläuterung überflüssig.

In anderen Anzeigen sieht man immerhin Tiere, die aus dem Kindesalter raus sind. Drei bis vier Jahre halten es manche Leute mit ihren Haustieren aus. Dann muss es weg.

Die vorgeschobenen Gründe sind immer gleich: »Wir erwarten ein Baby und können unsere Katze nicht mehr behalten.« oder »Eine Allergie in der Familie zwingt uns zur Abgabe.« oder »Mein/e Freund/in hat eine Katzenallergie und wir ziehen zusammen.«. Sehr beliebt ist auch die Ausrede: »Ich ziehe um und kann mein geliebtes Tier nicht mitnehmen.«.

Mal ehrlich: geht’s noch?

Wer sich dafür entscheidet, ein Tier zu sich zu holen, der hat das gesamte Leben dieses Tieres lang die Verantwortung dafür. Niemals ist das »Ersatzkind« nicht nicht mehr brauchbar, wenn der richtige Nachwuchs ansteht. Wirft man den auch aus dem Haus, wenn man abermals schwanger wird? Man kann ein Lebewesen nicht mal eben abschieben, nur weil der neue Freund eine Allergie hat oder weil man sich zu bequem ist, eine passende Wohnung zu finden. Dann dauert die Wohnungssuche eben länger, die Kosten sind höher oder man muss zwei Kilometer mehr in die Innenstadt fahren. Eine gemeinsame Wohnung mit Allergiker-Freund oder -Freundin geht dann eben nicht. Ja, und? Ist das so schlimm?

Wenn ich in solchen Anzeigen etwas von »geliebte« Katze/Kaninchen/Meerschweinchen lese, wird mir nur schlecht. Was ist das für eine Liebe, die einem gewährt, das Lebewesen, das vollkommen von einem abhängig ist, von sich zu stoßen?

Solche Menschen, die ihrer Bequemlichkeit wegen Leben mit Füßen treten, widern mich an.

Farbmaus Hamburg testet: Meine Rennmaus zu Hause

Wer sich Mäuse anschaffen möchte, hat nicht nur freie Auswahl in Sachen Mäuseart. Auch Informationslektüren stehen dem werdenden Mäusehalter in Massen zur Verfügung. Meine Rennmaus zu Hause ist eine davon. Farbmaus Hamburg stellt das Rennmaus-Fachbuch vor und erläutert Vor- und Nachteile des kleinen Schmuckstücks.

Meine Rennmaus zu Hause
Meine Rennmaus zu Hause

Bunte Mäuselektüre

Erschienen ist das 64-seitige Kurzwerk Meine Rennmaus zu Hause 2007 im Verlag bede bei Ulmer. 2013 erschien eine überarbeitete Auflage des Softcover-Buches: Neues Design, neuer Inhalt, neue Infos auf dem aktuellen Stand der Rennmaus-Wissenschaft. So zeigt sich mir ein zeitgemäßes, buntes Design. Die Kapitel sind verschiedenfarbig gestaltet, was für einen besseren Überblick sorgt. Schnell finde ich, was ich suche.

Inhaltlich befasst sich Meine Rennmaus zu Hause mit der gesunden Ernährung, mausgerechter Beschäftigung, dem Mäusekörper und der Gesundheit von Mr. und Miss. Maus. Hier finde ich endlich mal ein Fachbuch, das ordentlich, kurz und präzise über die bekanntesten Themen der Rennmausgesundheit informiert.

Einblick in die Welt der Mongolischen Rennmaus

Bevor ich in die Welt der Rennmaus zu Hause einsteige, berichtet die Autorin Madlen Wendt mir von der wildlebenden Mongolischen Rennmaus. Kurzweilig und spannend sind ihre Texte, manchmal etwas holprig formuliert, aber stets verständlich. Ich kann mich über den Körperbau und die Sinnesorgane der Mongolen schlau machen – und zwar in einer Form, die über das Geplänkel aus anderen kleineren Mausliteraturstücken hinausgeht. Die Frau weiß, worüber sie schreibt. Natürlich bleibt nicht unerwähnt, dass der durchschnittliche deutsche Mäusehalter die aufgeweckten Mongolen als »Wüstenrennmäuse« bezeichnet. Nun ja …

In Sachen Pflege, Haltung und Ernährung wird ebenso anschaulich erklärt, worauf es in der artgerechten Rennerhaltung ankommt. Die richtige Handhabung eines Mongolen lerne ich dank des Buches beispielsweise schnell.

Weniger überzeugend ist die angegebene Gehegemindestgröße von 80 x 40 cm. Auch wird die Haltung von Gruppen mit bis zu sechs Tieren vorgeschlagen. In freier Wildbahn leben Mongolen in großen Familienverbänden. Bei den domestizierten Mongolischen Rennmäusen jedoch werden Gruppen ab drei Tieren schnell instabil. Es kommt zu blutigen, mitunter tödlich verlaufenden Auseinandersetzungen.

Da beißt die Maus keinen Faden ab

Woher bezieht die Autorin Madlen Wendt ihre Informationen über Mongolische Rennmäuse? Die Frage ist schnell beantwortet: Madlen Wendt ist eine seriöse Rennmaus-Züchterin. Vermutlich aus diesem Grund werden lediglich Züchter und (zertifizierte) Zoohandlungen als Renner-Anschaffungsmöglichkeiten beworben – und über den grünen Klee gelobt. Über Rennmauszucht informiert ein ganzes Kapitel. Eine kritische Auseinandersetzung mit Zucht und Tierverkauf suche ich jedoch vergebens. Dafür finde ich Textwiederholungen, die zugunsten transparenter Informationsweitergabe hätten gestrichen werden können.

Die oft von Mongolischen Rennmäusen überfluteten Tierheime, Tierschutzvereine und Nothilfen bleiben nämlich gänzlich unerwähnt. In meinen Augen ist das ein großer Minuspunkt in einer Gesellschaft, die regelrecht geil auf Zwischendurchkäufe in Zoohandlungen und dem Prestigeobjekt besondersfarbige Zuchtmaus ist.

Auch für Problemlösungen soll sich der geneigte Leser an Rennmauszüchter wenden – ein bisschen viel Werbung für Rennmauszucht auf nur 64 Seiten Mäuselektüre. Zudem spricht die Autorin Madlen Wendt stets vom »Mäusekauf«. Mir persönlich tut der Kapiteltitel »Der Kauf von Rennmäusen« in der Seele weh. Ein Lebewesen »kauft« man nicht. Es gibt ausreichend Synonyme, die dem werdenden Mäusehalter in einem Wort erklären, dass die Mäuseanschaffung Verantwortung mit sich bringt.

In kurzweiligen Kapiteln informiert Meine Rennmaus zu Hause über artgerechte Rennmaushaltung: Geschichte, Körperbau, Ernährung, Haltung, Gesundheit und Beschäftigung werden erläutert. Viele Farbfotos begleiten durch das übersichtlich strukturierte Fachbuch. Einige Informationen wie Anschaffung, Gehege-Mindestgrößen und die Gruppenzusammensetzungen Mongolischer Rennmäuse haben Optimierungsbedarf. Da die Autorin aus der Züchterriege kommt, fehlt es der Lektüre an Transparenz. Die Schattenseiten von Zucht, Vermehrung und Zoohandel werden verschwiegen. Insgesamt ist Meine Rennmaus zu Hause eine hilfreiche Einstiegslektüre für Renner-Anfänger, solange sie weitere Quellen zum Informationsvergleich hinzuziehen.

Online reinlesen in Meine Rennmaus zu Hause

Meine Rennmaus zu Hause

Meine Rennmaus zu Hause

Autorin: Madlen Wendt
Seiten: 64, komplett farbig, 98 Farbfotos
Verlag: bede bei Ulmer, 2. Auflage 2013
ISBN: 978-3-8001-7958-9.
EUR: € (D) 7,95
Meine Rennmaus zu Hause bei Ulmer

Sie mögen Lachs?

Dann schauen Sie sich unbedingt diese TV-Dokumentation beim Phönix-Thementag zur Artenvielfalt an. Lachsfieber ist eine interessante und kritische Auseinandersetzung mit der Lachsindustrie und dem Megakonzern Marine Harvest. Auch der WWF kommt zu Wort und bekleckert sich nicht gerade mit Ruhm. Wen wundert’s …

Osterschmaus Kaninchenbraten

Im Gegensatz zur Hühnerhaltung gibt es bei der Haltung von Mastkaninchen keine vernünftigen EU-Vorschriften seitens des Gesetzes.

Wenn Sie ein Kaninchen aus der Kühltruhe des Supermarktes fischen, können Sie ziemlich sicher sein, dass das arme Tier Zeit seines Lebens schlimmste Qualen erleiden musste. Ich rede hier nicht nur von den auch für uns Manschen nicht ungewöhnlichen Antibiotika-Massen, die den Tieren oft präventiv verabreicht werden. Das ist noch ein ganz anderes Kapitel.

Was ich meine, ist die Haltungsform. Habe ich ja oben schon erwähnt.

Ein Mastkaninchen verbringt sein gesamtes Leben in einem Vollgitterkäfig. Dicht an dicht sitzen die Tiere unter Dauerstress im künstlichen Licht, werden gemästet und zerbeißen sich wegen der Enge meistens selbst. Sie können nicht vor und zurück, treten Kollegen auf die Pfoten und haben nicht mal Einstreu.

Zwei Kaninchen brauchen in der Regel ein Gehege mit einer Mindestgröße von 4 bis 6 m². Da sehen Sie, wie schlimm das Dasein in so einem engen Gitterkäfig für ein Mastkaninchen sein muss.

Ich für meinen Teil möchte nicht als Kaninchenbraten-Verzehrer mitverantwortlich für diese Tierquälerei sein. Will man auf den Osterschmaus nicht verzichten, kann man auch Kaninchen aus besseren Haltungen kaufen. Man muss nicht gleich zum Vegetarier mutieren. Es langt, sich einfach mal zu informieren und nicht das erstbeste Schlachttier aus der Gefriertruhe zu fischen.

Bei TASSO e.V. habe ich gelesen, dass es einen Verordnungsentwurf gibt, der voraussichtlich Ende 2013 in Kraft treten soll. Ich glaube ja nicht, dass das wirklich Besserung bringt …

Tierfreundlicher Eierspaß zum Osterfest

Der Kaninchenbraten und versteckte bunte Eier sind die (nicht ganz so) heilige Ostertradition in vielen Familien. Leider wissen die nur wenige, dass gerade dafür die Tierquälerei keine Grenzen kennt.

Mittlerweile ist der Verkauf von rohen Eiern aus Käfighaltung in der EU verboten (was natürlich nicht funktioniert, den Produktion durch Tierquälerei ist bequem und billig). Auch die Bodenhaltung von Hühnern wird durch bessere Aufklärung beim Verbraucher unbeliebter. Zwar gibt es immer noch »Skandale« in Freiland- und Biohaltung von Hühnern. Doch ist allgemein bekannt, dass diese beiden Haltungsformen für das Huhn immerhin angenehmer sind als Käfig- und Bodenhaltung.

Wenn Sie Ostereier im Handel kaufen, achten Sie auf die Herkunft der Eier. Wie erkennen Sie, dass das Ei von einem vergleichsweise gut gehaltenem Huhn stammt?

  • Rohe Eier müssen gekennzeichnet werden. Stammen sie aus Bio- oder Freilandhaltung, sind sie mit den Ziffern 0 bzw. 1 gekennzeichnet – sowohl auf der Verpackung als auch auf dem Ei. Kennziffer 3 ist ein Käfigei – Finger weg!
  • Auch Bioeier sind manchmal lange auf Reisen, bis sie im Supermarkt ankommen. Das Ursprungsland wird ebenso gekennzeichnet. Ein »D« steht für Eier aus deutscher Herkunft. »NL« bekommt man häufig auf Freiland- und Bioeiern zu lesen. Im Budni in meiner Nachbarschaft werden Alnatura-Bioeier verkauft, die meist aus den Niederlanden stammen. Da doch lieber deutsche Bioeier vom Laden einige Meter weiter!
  • Vorgekochte, bunten Eier stammen in der Regel aus Käfighaltungen. Verarbeitete Eier müssen nicht gekennzeichnet werden. Wenn keine eindeutige Herkunftsangabe vorhanden ist, können Sie davon ausgehen, dass das Ei aus Käfighaltung stammt. Lassen Sie bitte die Finger von diesen Eiern!

Eier selber kochen und bemalen macht Spaß – und stellt sicher, dass kein Huhn für Ihren bunten Osterschmaus Höllenqualen erleiden musste.

Kennen Sie foodwatch? Die Organisation klärt über Lebensmittelskandale auf und setzt sich derzeit für eine Kennzeichnung von verarbeiteten Hühnereinern ein.

Farbmaus Hamburg testet Katzencomics: Chi’s Sweet Home

Ich bin verliebt! In die kleine Katze Chi, die bei Familie Yamada spannende Katzenabenteuer erlebt. Mit zwei je 104 Episoden langen Zeichentrick-Staffeln und bislang neun Comic-Bänden ist Chi’s Sweet Home nicht nur in Japan erfolgreich. Band 1 liegt bei meinem Tierarzt im Wartezimmer aus. Das freut nicht nur die kleinen Wartenden dort. heute erzähle ich ein bisschen von der kleinen Chi. Vielleicht erobert sie ja auch euer Herz?

Chi's Sweet Home
Chi’s Sweet Home

Beim Spielen finden Yohei Yamada und seine Mutter ein verwaistes Kätzchen. Kurz entschlossen nehmen sie das knapp drei Monate alte Knäuel mit nach Hause, um es an einen netten Katzenfreund zu vermitteln. Schnell schließt die Familie das süße Wesen ins Herz, und so ist schon bald nicht mehr an eine Vermittlung zu denken. Papa, Mama und Sohnemann beschließen, das Findelkind zu adoptieren.

Fortan erlebt das junge Kätzchen spannende Alltagsabenteuer im Hause der Yamadas. Ob erste Toilettenerfahrungen, beängstigende Tierarztbesuche, oder die Begegnung mit Nachbars riesigem schwarzem Kater – die ganze Welt wartet nur darauf, von Chi entdeckt zu werden! Doch auch in dieser heilen Welt droht Gefahr, denn in der Mietwohnung, die die Yamadas bewohnen, sind Haustiere streng verboten!

Yohei begegnet einem Kätzchen
Yohei begegnet einem Kätzchen

Warum heißt das Kätzchen »Chi«?

»Chi«, das ist japanisch und bedeutet »klein«, »niedlich«, »putzig«. Doch hier, soviel sei verraten, ist etwas anderes gemeint. Das Wort verwenden die Kleinsten unter den Japanern, da es umgangssprachlich auch »Pipi« bedeutet. So läuft der kleine Yohei des Öfteren »Chi! « rufend in Richtung Toilette, um ein nahendes Unglück zu verhindern. Das ihm neugierig folgende Kätzchen glaubt alsbald, so von ihm gerufen zu werden. Der Augenblick, in dem Familie Yamada erkennt, dass Chi glaubt, Chi zu heißen, ist einer der süßesten Momente der Manga-Geschichte.

Am 22. November 2004 startete Konami Kanatas vollfarbige Manga-Reihe Chi’s Sweet Home in Kodanshas Manga-Magazin Morning. Schnell wuchs die süße, grau getigerte Protagonistin von mittlerweile neun Taschenbüchern zum Publikumsliebling heran. Chi-Merchandise überschwemmte die Läden, ein Nintendo-DS-Spiel für kleine und große Katzenfans kam auf den Markt. Im März 2008 erblickte die erste Zeichentrick-Umsetzung das Licht der TV-Welt. In perfekter Sandmännchenlänge erhielt der Zuschauer drei Minuten Episoden-Abenteuer. Insgesamt 104 Folgen verzeichnet die erste Staffel. Wie auch der Anime ist der ihm vorangehende Manga aus der Feder einer wahren Katzenkennerin und -Liebhaberin sowohl für Kinder ab sieben Jahren als auch fürs erwachsene Publikum bestens geeignet.

Chi's Sweet Home ist ein Comic für Kinder ab sieben Jahren.
Kätzchen Chi lernt die Katzenklappe kennen. Versteht man auch, ohne Japaner zu sein, oder? 😉

Die Zeichnungen

Kanata-sensei stilisiert ihr Schmusetier in einfachen Bildern. Neben der ulkigen Handlung sorgt vor allem dieses simple Character-Design für viele Lacher. Schon ab der ersten Seite beginnt man, Story, Figuren und Zeichenstil zu lieben. In simpel gestalteten Panels lässt Konami Kanata ihr Kätzchen mit sparsam eingesetzten Outlines durch eine abenteuerliche Alltagswelt aus Aquarellen toben. Während Chi neue Dinge wie Treppen, Hunde oder Schuhe entdeckt, bleibt kein Auge der Rührung trocken und dank vieler Gag-Einlagen niemand von Lachsalven verschont.

Ähnlich der international berühmten Simon’s Cat-Animationen wirkt auch die Protagonistin in Chi’s Sweet Home so realistisch, dass jeder Dosenöffner seinen Liebling sofort in den Bildern wiederfindet. Wer selber schon Mal ein Katzenbaby aufwachsen sehen durfte, der wird von Kanatas Zeichnungen nicht mehr lassen können.

Katzen-Comic für kleine und große Katzen-Fans

Auch allen anderen sei Chi’s Sweet Home unbedingt ans Herz gelegt. Schlagt ihr den Manga auf, wollt ihr eigentlich nur noch eines tun: die kleine Chi mal so richtig durchknuddeln. Dass ein Katzenkind aber nicht immer in Schmuselaune ist, beweist Klein-Chi realitätsgetreu auch mal durch schmerzhaftes Krallenwetzen. Überhaupt ist die süße Maus – äh, Katze – so liebenswert, wie kaum ein anderer Comic-Tiger. Mit Kinderaugen entdeckt sie ihre Welt, lernt fremde Artgenossen kennen und auch mit den Problemen einer Familie umzugehen, die sich (noch) nicht gut mit der Katzenhaltung auskennt.

Zum Unverständnis zahlreicher Fans interessiert sich kein deutscher Verlag für die Rechte an Chi’s Sweet Home. Hiesige Manga- und Katzenliebhaber brauchen dennoch nicht auf Chi zu verzichten. Der New Yorker Verlag Vertical (u.a. No Longer Human) veröffentlicht den Comic seit 2010 in englischer Sprache. Da sich der Manga in den USA an Kinder ab sieben Jahren richtet, sind die Dialoge entsprechend simpel gehalten. Vertical veröffentlicht Chi’s Sweet Home in westlicher Leserichtung, wodurch auch jene, die mit Manga bislang nichts am Hut hatten, beruhigt zugreifen können.

Die erste Folge der Zeichentrickserie Chi’s Sweet Home:

Fazit: Konami Kanatas Manga-Reihe Chi’s Sweet Home ist ein Comic für jedermann. Egal ob Manga-Leser, Katzen-Liebhaber oder Kinderbuch-Schmökerer: Jeder verfällt der kleinen Frohnatur Chi im Handumdrehen. Das simple Artwork der komplett farbigen Alltagsabenteuer machen den Comic sowohl für Kids ab sieben Jahren als auch für erwachsene Leser verständlich. An Dramatik und Humor mangelt es ebenfalls nicht. Dank des US-Verlags Vertical kommen auch westliche Leser in den englischsprachigen Genuss der heiteren Geschichten um die kleine Chi und ihrer Adoptiv-Familie Yamada. Gebt der kleinen Herzensbrecherin unbedingt eine Chance und werft einen Blick in Chi’s Sweet Home!

Bild-Copyright:
© 2010 Konami Kanata. All rights reserved.
© 2004 by Kodansha, Ltd., Tokyo
© 2010 by Vertical, Inc.