Archiv der Kategorie: Allgemein

Das Märchen von der gesunden Milch

Die wenigsten Milchkühe sehen jemals eine Wiese.
Die wenigsten Milchkühe sehen jemals eine Wiese.

Milch ist der Hauptbestandteil unseres Frühstückt: Der heiße Kakao am Morgen, die Cornflakes in der kühlen Milch, das Glas Milch, Käse auf dem Brot und so weiter. Milch ist aus unserem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken.

»Milch ist gesund!« wird uns seit Jahr und Tag von der Werbung erzählt. Kinderriegel & Co. warben vor nicht allzu langer Zeit mit ihrem (sehr geringen) Milchanteil. Von wegen gesund für Kinder und so. Milch ist wichtig für das Wachstum, wird uns gesagt.

Kaum einer hinterfragt die Fakten, mit denen wir zugelabert werden. Milch ist gut und gesund – das hat schon Mama gesagt, also wird es auch so sein!

Leider stimmt das nicht so ganz. Kuhmilch ist schon in ihrem Entstehungsprozess alles andere als »gut«. Hier gibt es einen interessanten Beitrag zum Thema Milch. Auch das Thema »Gesundheit« wird, wenn auch nur oberflächlich, aufgegriffen. Stichwort Brustkrebs, Osteoporose und Konsorten.

https://www.youtube.com/watch?v=P3sPisnwmDU

Bevor ihr jetzt alles, was in dem Beitrag erzählt wird, kritiklos glaubt oder für eine Lüge haltet: informiert euch. 🙂

Fleischskandal X – essen wir doch Hund und Katze!

Gestern habe ich einen netten Artikel zum Thema Fleischskandal gefunden, den ich trotz Angenervtheit gern gelesen habe. Mittlerweile hängt mir das Thema Fleischskandal zum Hals heraus. Besonders, da gefühlt der Großteil der Bevölkerung lieber meckert und Witze drüber reißt statt sich zu informieren.

Ich frage mich: Was stellt ihr euch so an? Was ist schlimm daran, wenn ihr Pferd statt Rind oder Hund statt Schwein esst? Warum ist es igittigitt, wenn eure Katze Katze aus der Dose frisst? Alle Tiere, die ihr konsumiert, sind Lebewesen. Alle wurden sie vom Menschen ausgenutzt und auf bestialische Art gehalten, transportiert und getötet.

Der Mensch fühlt sich indes betrogen, weil auf der Verpackung nicht draufsteht, was drin ist. Wer Fleisch aus Massenproduktionen konsumiert, sollte damit rechnen, belogen zu werden. Das ist in der Lebensmittelindustrie nichts Neues, auch nicht in der Tierfutterproduktion.

Gerechtfertigt ist die Aufregung meiner Meinung nach eher bezüglich der Produktion selber. Darüber will Mensch sich jedoch nicht informieren, denn das macht Gewissensbisse und Umstände. Man müsste grausamen Tatsachen ins Auge sehen. Im Laden hätte man beim Anblick des Fleischregals Bilder von lebendig zerhackten Kälbchen im Kopf. Der Appetit verginge so ziemlich schnell und außerdem ist man nicht das Kälbchen im Schlachthof, also ist es doch egal. Es ist einfacher, wegzuschauen und hey, mit Spaß ist das Leben so viel netter als mit Grausamkeit. Die Laune wird besser, wenn man anstatt des halb totgeschlagenen Schlachtpferdes den nächsten Lasagne-Witz auf Facebook teilt. Für blutige Tatsachen gibt es nämlich kaum Profilierungs-Likes.

In der langen Liste der „Skandalopfer“ steht der Mensch an letzter Stelle.

Pferd

Katze, Hund, Kaninchen und Maus in liebevolle Hände abzugeben …?

Haustiere anschaffen, Haustiere abschaffen? Quelle: Facebook
Haustiere anschaffen, Haustiere abschaffen? Quelle: Facebook

Auf der Suche nach Inventar-Spenden für meine Pflegestelle bin ich öfter auf Anzeigen-Websites unterwegs. Mehrmals täglich erscheinen dort neue Inserate, in denen das »geliebte Kaninchen« oder der »liebenswerte Kater« in »gute Hände abzugeben« ist. In der Regel wollen die Abgebenden eine ordentliche »Schutzgebühr« sehen oder sie stellen ihr Tier gleich »zum Verkauf« in die Anzeigen. Die Schutzgebühr streichen sie ein, gönnen sich davon etwas Feines.

In Katzenanzeigen sind die Tiere oft nur fünf bis zehn Monate jung. Zufall? Nein! Katzen werden in dieser Zeit geschlechtsreif: Die Kater beginnen zu markieren und die Katze wird rollig. Abgabetiere in diesem Alter sind in der Regel nicht kastriert. Da weiß man schnell, wo der Hase läuft. Erläuterung überflüssig.

In anderen Anzeigen sieht man immerhin Tiere, die aus dem Kindesalter raus sind. Drei bis vier Jahre halten es manche Leute mit ihren Haustieren aus. Dann muss es weg.

Die vorgeschobenen Gründe sind immer gleich: »Wir erwarten ein Baby und können unsere Katze nicht mehr behalten.« oder »Eine Allergie in der Familie zwingt uns zur Abgabe.« oder »Mein/e Freund/in hat eine Katzenallergie und wir ziehen zusammen.«. Sehr beliebt ist auch die Ausrede: »Ich ziehe um und kann mein geliebtes Tier nicht mitnehmen.«.

Mal ehrlich: geht’s noch?

Wer sich dafür entscheidet, ein Tier zu sich zu holen, der hat das gesamte Leben dieses Tieres lang die Verantwortung dafür. Niemals ist das »Ersatzkind« nicht nicht mehr brauchbar, wenn der richtige Nachwuchs ansteht. Wirft man den auch aus dem Haus, wenn man abermals schwanger wird? Man kann ein Lebewesen nicht mal eben abschieben, nur weil der neue Freund eine Allergie hat oder weil man sich zu bequem ist, eine passende Wohnung zu finden. Dann dauert die Wohnungssuche eben länger, die Kosten sind höher oder man muss zwei Kilometer mehr in die Innenstadt fahren. Eine gemeinsame Wohnung mit Allergiker-Freund oder -Freundin geht dann eben nicht. Ja, und? Ist das so schlimm?

Wenn ich in solchen Anzeigen etwas von »geliebte« Katze/Kaninchen/Meerschweinchen lese, wird mir nur schlecht. Was ist das für eine Liebe, die einem gewährt, das Lebewesen, das vollkommen von einem abhängig ist, von sich zu stoßen?

Solche Menschen, die ihrer Bequemlichkeit wegen Leben mit Füßen treten, widern mich an.

Sie mögen Lachs?

Dann schauen Sie sich unbedingt diese TV-Dokumentation beim Phönix-Thementag zur Artenvielfalt an. Lachsfieber ist eine interessante und kritische Auseinandersetzung mit der Lachsindustrie und dem Megakonzern Marine Harvest. Auch der WWF kommt zu Wort und bekleckert sich nicht gerade mit Ruhm. Wen wundert’s …

Osterschmaus Kaninchenbraten

Im Gegensatz zur Hühnerhaltung gibt es bei der Haltung von Mastkaninchen keine vernünftigen EU-Vorschriften seitens des Gesetzes.

Wenn Sie ein Kaninchen aus der Kühltruhe des Supermarktes fischen, können Sie ziemlich sicher sein, dass das arme Tier Zeit seines Lebens schlimmste Qualen erleiden musste. Ich rede hier nicht nur von den auch für uns Manschen nicht ungewöhnlichen Antibiotika-Massen, die den Tieren oft präventiv verabreicht werden. Das ist noch ein ganz anderes Kapitel.

Was ich meine, ist die Haltungsform. Habe ich ja oben schon erwähnt.

Ein Mastkaninchen verbringt sein gesamtes Leben in einem Vollgitterkäfig. Dicht an dicht sitzen die Tiere unter Dauerstress im künstlichen Licht, werden gemästet und zerbeißen sich wegen der Enge meistens selbst. Sie können nicht vor und zurück, treten Kollegen auf die Pfoten und haben nicht mal Einstreu.

Zwei Kaninchen brauchen in der Regel ein Gehege mit einer Mindestgröße von 4 bis 6 m². Da sehen Sie, wie schlimm das Dasein in so einem engen Gitterkäfig für ein Mastkaninchen sein muss.

Ich für meinen Teil möchte nicht als Kaninchenbraten-Verzehrer mitverantwortlich für diese Tierquälerei sein. Will man auf den Osterschmaus nicht verzichten, kann man auch Kaninchen aus besseren Haltungen kaufen. Man muss nicht gleich zum Vegetarier mutieren. Es langt, sich einfach mal zu informieren und nicht das erstbeste Schlachttier aus der Gefriertruhe zu fischen.

Bei TASSO e.V. habe ich gelesen, dass es einen Verordnungsentwurf gibt, der voraussichtlich Ende 2013 in Kraft treten soll. Ich glaube ja nicht, dass das wirklich Besserung bringt …

Tierfreundlicher Eierspaß zum Osterfest

Der Kaninchenbraten und versteckte bunte Eier sind die (nicht ganz so) heilige Ostertradition in vielen Familien. Leider wissen die nur wenige, dass gerade dafür die Tierquälerei keine Grenzen kennt.

Mittlerweile ist der Verkauf von rohen Eiern aus Käfighaltung in der EU verboten (was natürlich nicht funktioniert, den Produktion durch Tierquälerei ist bequem und billig). Auch die Bodenhaltung von Hühnern wird durch bessere Aufklärung beim Verbraucher unbeliebter. Zwar gibt es immer noch »Skandale« in Freiland- und Biohaltung von Hühnern. Doch ist allgemein bekannt, dass diese beiden Haltungsformen für das Huhn immerhin angenehmer sind als Käfig- und Bodenhaltung.

Wenn Sie Ostereier im Handel kaufen, achten Sie auf die Herkunft der Eier. Wie erkennen Sie, dass das Ei von einem vergleichsweise gut gehaltenem Huhn stammt?

  • Rohe Eier müssen gekennzeichnet werden. Stammen sie aus Bio- oder Freilandhaltung, sind sie mit den Ziffern 0 bzw. 1 gekennzeichnet – sowohl auf der Verpackung als auch auf dem Ei. Kennziffer 3 ist ein Käfigei – Finger weg!
  • Auch Bioeier sind manchmal lange auf Reisen, bis sie im Supermarkt ankommen. Das Ursprungsland wird ebenso gekennzeichnet. Ein »D« steht für Eier aus deutscher Herkunft. »NL« bekommt man häufig auf Freiland- und Bioeiern zu lesen. Im Budni in meiner Nachbarschaft werden Alnatura-Bioeier verkauft, die meist aus den Niederlanden stammen. Da doch lieber deutsche Bioeier vom Laden einige Meter weiter!
  • Vorgekochte, bunten Eier stammen in der Regel aus Käfighaltungen. Verarbeitete Eier müssen nicht gekennzeichnet werden. Wenn keine eindeutige Herkunftsangabe vorhanden ist, können Sie davon ausgehen, dass das Ei aus Käfighaltung stammt. Lassen Sie bitte die Finger von diesen Eiern!

Eier selber kochen und bemalen macht Spaß – und stellt sicher, dass kein Huhn für Ihren bunten Osterschmaus Höllenqualen erleiden musste.

Kennen Sie foodwatch? Die Organisation klärt über Lebensmittelskandale auf und setzt sich derzeit für eine Kennzeichnung von verarbeiteten Hühnereinern ein.

BGH kippt Verbot der Katzen- und Hundehaltung in Mietwohnungen

Der Vermieter darf die Katzenhaltung nicht mehr pauschal ablehnen
Der Vermieter darf die Hunde- und Katzenhaltung nicht mehr pauschal ablehnen.

Urteil vom 20.03.2013, Az VIII ZR 168/12, Miauz, genau! Heute hat der Bundesgerichtshof das Verbotsrecht für die Hunde- und Katzenhaltung in Mietwohnungen gekippt. Ab sofort ist eine Verbotsklausel in Mietverträgen nicht mehr gültig.

Das oberste Zivilgericht erklärte, dass der Mieter durch das Haltungsverbot als vorformulierte Vertragsklausel benachteiligt würde – man müsse im Einzelfall entscheiden. Ihr merkt schon: Die Entscheidung des Bundesgerichtshofs bedeutet nicht, dass die Haltung von Katze und Hund jetzt generell in jeder Mietwohnung erlaubt ist.

Es ist jetzt so, dass die Interessen von Vermieter, Nachbarn und anderen Hausbewohnern mit denen des Mieters abgewogen werden. So in der Art. Gibt es hier keine schweren Probleme, so ist der Vermieter gezwungen, der Katzen- und Hundehaltung in der Mietwohnung zuzustimmen.

Wenn der Hund zu viel bellt oder die Katze ins Treppenhaus macht, ist’s weiterhin möglich, dass die Tiere abgeschafft werden müssen. Der Urteilsbeschluss ist meiner Meinung nach ein Riesenschritt in die richtige Richtung. Tiere müssen endlich eine vernünftige Lobby bekommen. Die Entscheidung des Bundesgerichtshofs bringt uns ein Stückchen näher an eine Tiere akzeptierende und respektierende Nation heran.

11. März 2013: EU-Verbot für Kosmetika-Tierversuche

Ärzte gegen Tierversuche

Eine Farbmaus im Versuchslabor Foto: Ärzte gegen Tierversuche e.V.
Eine Farbmaus im Versuchslabor
Foto: Ärzte gegen Tierversuche e.V.

Der heutige 11. März 2013 ist ein historisches Datum. Ab heute ist der Verkauf von an Tieren getesteten Kosmetikprodukten und -inhaltsstoffen in der EU gesetzlich verboten.

Der Kampf gegen Tierversuche für Kosmetika war und ist ein langjähriges und vor allem schwieriges Unterfangen. Da Tierversuche größtenteils im Verborgenen ablaufen, ist dem Endverbraucher meist gar nicht bewusst, dass Millionen Tiere sinnlos für die neueste Make-up-Kollektion, die Hautcreme oder das Shampoo leiden.

Die Unterbringung von Farbmäusen im Versuchslabor Foto: Ärzte gegen Tierversuche e.V.
Die Unterbringung von Farbmäusen im Versuchslabor
Foto: Ärzte gegen Tierversuche e.V.

Ebenso wissen nur wenige, dass Tierversuche gar nicht sein müssen, um beispielsweise Medikamente zu testen. Diese Tests können den Menschen sogar zusätzlich gefährden, denn Tierversuche sind nicht unbedingt wirksam, wenn es um Medikamente für Menschen geht.

Im November 2012 trat Tonio Berg das Amt des EU-Kommissars an und erklärte am 30. Januar 2013, dass er an der Kosmetikrichtlinie festhalte, die den Verkauf von an Tieren getesteten Kosmetikprodukten.

Dank der Kampagnen der Europäischen Koalition zur Beendigung von Tierversuchen, der ECEAE und den zahlreichen Unterschriften ist das lange Leiden unzähliger Kleintiere für Kosmetika endlich beendet.

Entnahme einer Blutprobe aus dem Venengeflecht hinter dem Auge eines Hamsters. Foto: SHAC
Entnahme einer Blutprobe aus dem Venengeflecht hinter dem Auge eines Hamsters.
Foto: SHAC

Der heutige Tag bedeutet einen wichtigen Schritt in eine tierversuchsfreie Welt. Gehen wir den Weg weiter, über die Grenzen der europäischen Union hinaus und in die Gebiete der Tierversuche für Medizin und Forschung. Denn auch die sind überholt und unnötig.

Mehr Infos zum Thema Tierversuche gibt’s auf der Website von Ärzte gegen Tierversuche, einer Organisation von Ärzten und Wissenschaftlern, die der ECEAE angehört.