Albino-Farbmaus

Albinismus und Leuzismus

Albinismus

Bei Menschen ist Albinismus als Krankheit anerkannt. In Deutschland sind etwa 5.000 Personen betroffen. Albinismus ist eine angeborene Störung der Melanine – Pigmente bzw. Farbstoffe, die Haar-, Augen- und Hautfarbe beeinflussen.

Da die Melanozyten (farbstoffbildende Zellen) aufgrund der Stoffwechselerkrankung nicht fähig sind, den Farbstoff Melanin zu bilden, ist dieser in der Haut des Betroffenen nicht vorhanden. Melanin schützt den Körper vor Sonnenlicht. Bei einem gestörten Stoffwechsel ist dies nicht möglich. Auch bei Tieren mit Albinismus, die „Albinos“ genannt werden, bleibt die Haut bei Sonneneinstrahlung hell, die Gefahr von Sonnenbrand ist höher als bei gesunden Artgenossen.

Albino-Farbmaus
Albino-Farbmaus

Eingeschränktes Sehvermögen

Mäuse mit Albinismus haben aufgrund fehlender Pigmente in der Iris rot erscheinende Augen. Die Augen sind nicht wirklich rot. Durch die durch das Auge durchscheinenden Blutgefäße im Augenhintergrund wirken sie rosa bis rot.

Betroffene Mäuse können zudem an Augenproblemen leiden: Die rotäugigen, vollständig von Albinismus betroffenen Mäuse, sind oft blendeempfindlich. Das räumliche Sehen ist eingeschränkt.

Albinos, die sich aufgrund des Aussehens und ihren durch die Augenanomalitäten untypischen Verhalten stark von ihren Gruppenmitgliedern unterscheiden, können vom Rudel ausgeschlossen werden.

Farbmäuse mit Albinismus nennt man im Alltag oft „Albinomaus“. Ob eine weiße Farbmaus mit roten Augen tatsächlich eine Albinomaus ist, ist an dem Tier nicht ohne weiteres nachweisbar.

Albino-Farbmaus
Albino-Farbmaus

Leuzismus

Beim oft mit Albinismus verwechselten Leuzismus enthält die Haut der betreffenden Farbmaus am ganzen Körper oder in Teilen keine Melanozyten. Das Fell ist weiß und die darunterliegende Haut rosa.

Verschiedene Mutationen, z.B. durch das Protein Mitf, führen zu verschiedenen Fellvariationen. Auch gescheckte oder helle Tiere können den Gendefekt aufweisen und wie die Albinomaus rosa bis rote Augen haben.

Weiße Farbmäuse mit schwarzen Augen sind oft taub.
Weiße Farbmäuse mit schwarzen Augen sind oft taub.

Gesundheitliche Beschwerden

Weiße Leuzismusmäuse mit schwarzen Augen (c-Kit) leiden nicht selten an Anämie, Leberschäden und Sterilität. Jungtiere von Leuzismusmäusen sind mitunter nicht lebensfähig und sterben bereits vor oder kurz nach der Geburt. Auch kann es zu Fehlbildungen der Augen oder völligem Fehlen der Augen kommen. Knochenverdichtungen sind eine weitere Begleiterscheinung des Leuzismus.

 

Weißes Langhaar-Farbmausböckchen mit schwarzen Augen.
Weißes Langhaar-Farbmausböckchen mit schwarzen Augen.

Albinismus oder Leuzismus?

Eine Diagnose Albinismus oder Leuzismus ist an der lebenden Maus nicht ohne weiteres möglich. Trotz fehlender Diagnose empfiehlt es sich, weiße Mäuse mit roten Augen stressfrei zu halten, sie von direkter Sonneneinstrahlung fernzuhalten, sie nicht zu blenden (z.B. durch Blitzlicht und direkt auf das Gehege strahlende Lampen) und das Gehege für sehschwache Tiere einzurichten: flache, breite Rampen helfen den Tieren, sich auch mit eingeschränktem räumlichen Sehvermögen fortzubewegen.

Um die Mäusepfade, die die Tiere über Duftmarkierung erkennen, selten und nur in kleinen Teilen zu zerstören, kann die regelmäßige Teilreinigung verschiedener Gehegebereiche in kleinere Abschnitte unterteilt werden.

Leuzismus und Albinismus gelten bei Farbmäusen nicht als  Qualzuchten, bzw. die Formulierung des Tierschutzgesetztes macht eine rechtliche Verfolgung der Fälle schwierig. Daher ist die Vermehrung der an dieser Erkrankung bzw. dem Gendefekt und den damit verbundenen Einschränkungen und Gesundheitsrisiken leidenden Tieren nicht verboten.

Albino-Farbmaus, umgangssprachlich "Albino-Maus" genannt.
Albino-Farbmaus, umgangssprachlich „Albino-Maus“ genannt.
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